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Jubiläum des Schachklubs Emden von 1975
Ein Bericht von 2000: Ein Blick in die Geschichte des Vereins
Herbst 1975 lud der "Tätige Lebensabend" mit Zeitungsanzeige Emder
Schachspieler ein, sie sollte für die Senioren dieses Vereins Partner
im königlichen Spiel sein. Hiervon fühlte sich eine ganze Reihe
von Schachfreunden angesprochen und als wir uns im Haus dieser Organisation
trafen, merkten wir, daß wir doch eine beachtliche Gruppe waren und
wurden uns rasch einig, wieder einen Schachverein zu gründen. Erleichtert
wurde unser Entschluß, daß das Inventar des aufgelösten
Emder Schachvereins, der von 1949 bis 1968 bestand, uns zur Verfügung
gestellt wurde. In dem neuen Verein trafen sich die Getreuen des alten
aufgelösten Vereins, die sich noch regelmäßig weiter getroffen
hatten, und Schachspieler, die neu in Emden zugezogen waren und von dem alten
Verein nicht wußten.
Der Verein erlebte eine wechselvolle Geschichte, die Vorsitzenden und
Vorstandsmitglieder wechselten. Gründungsvorsitzender war Wilfried Ekkenga,
Nachfolger waren Hermann Züchner, Hans-Jürgen Lichtenberg und lange
Jahre Rainer Weber, dem in diesem Jahr Hans-Werner Hippler folgte. Mehrfach
mußte ein neues Spiellokal gesucht werden, bis wir zum Bürgerhaus
Barenburg kamen, wo wir uns schon lange wohlfühlen.
Die wohl erfolgreichste Saison war 1992/93. Damals spielten wir mit der ersten
Mannschaft in der Verbandsliga, die 2. Mannschaft konnte sich als Aufsteiger
in der Bezirksliga halten, die 3. Mannschaft errang einen Spitzenplatz in
der Unterbezirksliga und die 4. Mannschaft konnte sich gut in der
Unterbezirksklasse behaupten.
Aber danach ging es bergab. 1996 verlor der Verein die Spieler, die in der
1. Mannschaft an den ersten 6 Brettern spielten, für die Achtermannschaft
blieb nur der freiwillige Abstieg in die Bezirksliga und auch diese Klasse
konnte in der letzten Saison nicht mehr gehalten werden. Und für die
neue Saison fehlen nun noch zwei weitere Spieler der 1. Mannschaft.
Zahlenmäßig hat der Verein jetzt wieder zugelegt, die
Angehörigen der Schachgruppen der Gymnasien wurden mit einem
ermäßigten Beitrag Vereinsmitglieder. Dies brachte uns
vorrübergehend 20 neue Mitglieder und damit reicht es wieder für
fünf Mannschaften für die Saison 2000/2001. Wir spielen mit der
1. Mannschaft in der Bezirksklasse, mit der 2. in der Unterbezirksliga, mit
der 3. , 4. und 5.in der Unterbezirksklasse.
Auch in der Ausbildung von Kindern und Grundschülern geht es voran,
so daß in Zukunft vielleicht auch wieder bessere Zeiten für
schachliche Erfolge kommen.können.
Als Nachtrag von 2005 ein Auszug aus unserem Mitteilungsblatt
"Depesche":
Unser Verein hat in den letzten Jahren einen erstaunlichen Aufschwung in
den Mitgliederzahlen genommen. Insgesamt geht die Mitgliederzahl im SBOO
langsam zurück, wir sind dagegen jetzt mit unseren Zahlen auf dem 2.
Platz im Bezirk hinter "Union Oldenburg".
1993 hatten wir 35 Mitglieder (11 Jugendliche und 24 Erwachsene), 2003 waren
es 39 (11 Jugendliche und 28 Erwachsene). Danach wurde es 2004 besser: 54
Mitglieder (10 Jugendliche und 44 Erwachsene). Im Bezirk sank dagegen die
Zahl trotz unseres Zuwachses um 8 Erwachsene.
Erstaunlich waren die letzten Monate. Wir haben jetzt 76 Mitglieder (17
Jugendliche und 59 Erwachsene). Als Mitglied des Bezirksvorstandes und auch
als Referent für Breitenschach im Niedersächsischen Schachverband
wünschte ich mir solche Zuwachsraten für alle Vereine unseres Raumes.
Wo liegen die Gründe für diesen Aufschwung? Wichtig war
gewiß die Einführung unserer neuen Vorstandsstruktur durch die
neue Satzung. Das Alltagsgeschäft erledigt der geschäftsführende
Vorstand, das erspart den anderen Vorstandsmitglieder als Referenten für
ihre Arbeitsgebiete ermüdend häufige Sitzungen. Die Referenten
können für ihre Aufgaben selbständig Arbeitskonzepte und
Mitstreiter suchen. Ich denke z. B. an die Verantwortlichen für die
Jugendarbeit in der "Alten Post", die ihre eigenen Konzepte erarbeitet haben
und durchführen. Die Öffentlichkeitsarbeit mit Homepage,
Zeitungsartikeln und Depesche lebt von der Zusammenarbeit mit den
Mannschaftsführern. Die Senioren haben sich einen eigenen Trainingskurs
in der Ev. Familienstätte aufgebaut, der schon einige an den Verein
herangeführt hat. Es hat sich ein Kreis von Ehrenamtlichen um den Vorstand
herum gebildet, durch den die Vorstandsarbeit anderer Vereine deutlich
übertroffen wird. Und so hoffe ich, daß wir auch das Abenteuer,
mit 6 Mannschaften zu spielen, gut überstehen werden.
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- Geschrieben von: Thomas Schwietert
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B. Dräger: 30 Jahre Schachsport in Vechta
Schachverein Vechta - Schachabteilung der Sportfreunde Niedersachsen Vechta 1947-1968
Schachverein Kaponier Vechta 1977-1986
Ein Bericht von 1986
Schach wird in der Stadt Vechta mit ihren vielen Schulen, der Lehrerbildungsstätte und den kommunalen Behörden sicherlich schon lange Zeit gespielt. So trafen sich vor dem Zureiten Weltkrieg auch einige Freunde des Schachspiels fast regelmäßig in der Gaststätte Wieting zum Cafehausschach. Zur Vereinsbildung für den Schachsport kam es aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, eine Entwicklung, die bei wenigen Ausnahmen wie z.B. SV Leer von 1909 oder dem Wilhelmshavener Schachclub von 1887 - für die Region Oldenburg - Qstfriesland allgemein konstatiert werden kann. In Vechta wurde die Gründung eines Schachvereins maßgeblich durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges beeinflußt, durch Flucht und Vertreibung. Bei den Neuansiedlern handelte es sich um eine Personengruppe, bei der das Hobby Schach signifikant häufig vertreten war.
Am 01. 07. 1947 wurde von den Schachfreunden Bock, Goldmann, Th. Möller, Petukat, Stoschek, True und Wischnewski der erste Schachverein in Vechta gegründet, der sich als Abteilung Schach dem Sportverein Niedersachsen Vechta angliederte. Zum 1. Vorsitzenden wurde Walter Wischnewski gewählt, unter dessen engagierte Leitung der Verein schon im Frühjahr 1948 im Gebäude der Pädagogischen Hochschule ein Simultanturnier ausrichtete. Zu diesem schachsportlichen Ereignis reisten Schachfreunde der ganzen Region an, da der Deutsche Meister Ahues aus Bremen das Turnier bestritt. Die Entlohnung für den Schachmeister erfolgte, wie vor der Währungsreform üblich, in Naturalien. Auch im folgenden Jahr konnte der Verein - im Saale Schäfer - ein großes Simultanturnier veranstalten, so daß es nicht verwunderlich war, daß die Mitgliederzahl bei einem so attraktiven Programm bald die für einen Schachverein erstaunliche Marke von 50 Mitgliedern überschritt. In den Verein integriert war eine Gruppe von 10 Schachspielerinnen, eine Größenordnung, über die sich jeder Verein heute freuen würde, bedenkt man, welche Schwierigkeiten es z. Zt. bereitet, das obligatorische Damenbrett bei Vergleichskämpfen, wie z.B. Länderkämpfen, zu besetzen.
Das erste Schachlokal des Vereins war das Cafe Grewe, von wo der Verein 1953 zur Gaststätte Wieting überwechselte. Nach Aufgabe der Gaststätte war der Verein bis zu seiner Auflösung im Jahre 1963 in der Gaststätte "Zum Wasserfall" untergebracht.
Vielen Vechtaer Bürgern werden noch die Duelle im Blitzschach zu sehr später Stunde in der Erinnerung verhaftet sein, wenn - häufig auf Kosten der schachsportlichen Leistung - zu fortgeschrittener Tages- oder besser Nachtzeit sehr zur Freude der Kiebitze die rhetorischen Anstrengungen der Schachnarren gesteigert wurden.
Gesellschaftlicher Höhepunkt jeder Schachsaison bildete in der Faschingszeit der Schachball, an dem auch die Repräsentanten der Stadt und der benachbarten Schachvereine gerne teilnahmen. Die-se Schachbälle waren vom Vorsitzenden des Vechtaer Schachvereins, Walter Wischnewski, der auch die Leitung des Bezirks Südoldenburg übernommen hatte, vortrefflich organisiert.
Im Jahre 1953 übernahm Karl Stoschek den Vereinsvorsitz. Die Mannschaft von Niedersachsen Vechta konnte mehrere Male in einem guten Feld von Mitbewerbern den Titel "Mannschaftsmeister von Südoldenburg - Bersenbrück" erringen.. Als Einzelspieler sind aus dieser Zeit besonders hervorzuheben der Spitzenspieler und langjährige Stadt- und Vereinsmeister Kross, der Routinier Bock, Stoschek, der den begehrten Pokaltitel des Vierbandes erspielte, und der talentierte Nachwuchsspieler Dieter Bünger, der in jungen Jahren bei den Einzelmeisterschaften der Senioren im Verband Oldenburg - Ostfriesland ganz oben mitmischen konnte.
In den Sechzigerjähren, in denen das Vereinsleben ganz allgemein
zurückging und die Vereine mit wenigen Mitgliedern am ehesten in der
Existenz bedroht waren, brachen schwere Zeiten vor allern für die
Schachvereine an. Im Bezirk Südoldenburg allein lösten sich die
Vereine Harpstedt, Wildeshausen und der junge Verein Dinklage auf. Und auch
in Vechta kam der Spielbetrieb zum Erliegen, nicht zuletzt deshalb, weil
auch dieser Verein es versäumt hatte, hinreichend intensiv die
Nachwuchsarbeit zu fördern, somit ging eine schleichende Auszehrung
an Mitgliedern vor sich.
Einige Spieler wanderten nach der Vereinsauflösung zu benachbarten Vereinen
ab. Bedauerlich ist vor allem, daß fast alle Unterlagen aus diesen
mehr als 20 Jahren Geschichte des ersten Vechtaer Schachvereins verloren
gingen, auch die eindrucksvollen Wandtafel, auf die alle Namen der Stadt-
und Vereinsmeister eingraviert waren. Deshalb tappt der Chronist bei der
Sammlung exakter Zahlen und Daten über diesen Zeitraum im dunklen und
ist fast ausschließlich auf die mündliche Überlieferung
angewiesen.
Im Frühjahr 1977 unternahmen es die Schachfreunde Dieter Bünger
und die Gebrüder Dräger, die bis dahin in der ersten Mannschaft
der Schachfreunde Lohne gespielt hatten, den Verein in Vechta neu zu
begründen. Auf der Gründungsversammlung im Vechtaer Kolpinghaus,
dem neuen Vereinslokal, schrieben sich 18 Personen in die Mitgliederliste
ein. Als besonders erfreulich ist hervorzuheben, daß nach zehn Jahren
Abstinenz im Vechtaer Vereinsschach auch einige Mitglieder des alten Vereins
wieder mitwirkten, so daß sich, wenn auch nicht nahtlos, an die Tradition
des alten Vereins anknüpfen ließ. Aufgrund dieser Tatsache wurde
auch den Schachfreunden Bünger, Freier, Rühmer und Wischnewski
in den folgenden Jahren für 25 Jahre Engagement im Schachverein die Silberne
Verbandsnadel des Niedersächsischen Schachverbandes verliehen.
Die Mannschaft erreichte auf Anhieb den Aufstieg in die Bezirksklasse und
war auch in der Lage, einen unglücklichen Abstieg als Viertletzter der
Klasse wegzustecken und nach direktem Wiederaufstieg ohne Punktverlust den
weiteren Aufstieg in die Bezirksliga zu erkämpfen. Die Einzelmeisterschaften
der Senioren im Bezirk Südoldenburg waren lange Zeit in der Hand Vechtaer
Spitzen-spieler. So schrieben sich B. Dräger, H. Fischer und mehrere
Male D. Bünger und H. Dräger in die Siegerlisten ein. Auch einige
Jugendtitel und gute Plazierungen für Nachwuchsspieler konnten erreicht
werden. Bei den Stadtmeisterschaften und Vereinsmeisterschaften dominierte
Dieter Bünger eindeutig, nur die Gebrüder Dräger konnten ihn
gelegentlich an der Titelverteidigung hindern.
Eine besondere Erwähnung verdienen die seit einigen Jahren
regelmäßig durchgeführten Trainingsstunden für eine
Jugendgruppe. Das gute Abschneiden der Jugendlichen bei den letzten
Meisterschaften und eine analoge Plazierung in den Mannschaften sind die
Folge. Sogar der Titel des Vereinsmeisters ging in diesem Jahr an ein ehemaliges
Mitglied dieser Jugendgruppe, J. Mahlmann.
Die Schnellschachpartie nimmt im Verein einen hohen Stellenwert ein, und
das gute Abschneiden auf der Ebene Südoldenburgs in Einzeltiteln und
Mannschaftswertungen bestätigt dies eindrucksvoll. Im Jahre 1980 gelang
es dem Verein Kaponier mit Bünger, B. Dräger, H. Dräger und
H. Fischer den Titel "Blitzmannschaftsmeister des Schachbezirks Oldenburg
- Ostfriesland e.V." in einem äußerst starken Feld von Konkurrenten
zu gewinnen.
Vom Vechtaer Verein gehen auch auf die Schachregion gewichtige Impulse aus.
Nicht nur, daß der Verein den Großmeister L. Pachmann zu einem
stark besetzten Simultanturnier gewinnen konnte sowie auch den internationalen
Meister Pritchett aus Schottland und auch viele Veranstaltungen des Unterbezirks
und des Bezirks ausrichtete oder zwei Länderkämpfe zwischen
Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen organisierte, bezeugen das, sondern
auch allein schon die Tatsache, daß über 10 Jahre der Vorsitz
im Unterbezirk Südoldenburg und fast eben so lange der Vorsitz im Bezirk
Oldenburg - Ostfriesland vom Vechtaer Vorsitzenden übernommen wurde.
Auch die Turnierleitung im Unterbezirk oder der Schiedsgerichtsvorsitzende
im Bezirk werden vom Vechtaer Verein gestellt.
Es ließen sich noch zahlreiche Einzelaspekte anführen, wenn ein
abgerundetes Bild der vielfältigen Aktivitäten des relativ kleinen
Vereins Kaponier Vechta skizziert werden sollte. So wäre u.a. über
Werbeveranstaltungen in der Öffentlichkeit, regelmäßige
Bereicherungen der Ferienpaßaktion durch Schachangebote, Schachabende
mit Studien am Demonstrationsbrett, Problemlösungsaufgaben, geselliges
Beisammensein oder Simultanveranstaltungen in der JVA und die Teilnahme einer
Mannschaft an Fernschachturnieren anzuführen. Vollständigkeit kann
und soll hier aber nicht in der Berichterstattung angestrebt werden, vieles
muß exemplarisch für anderes stehen. Und ein Gesamteindruck
läßt sich auch bei dieser summarischen Schau doch nur in
abgeschwächter Form erreichen. Denn in Anwendung eines Wortes des
Philosophen Ludwig Wittgenstein, daß das Ganze mehr ist als die Summe
seiner Teile, ergibt sich erst im Zusammenwirken aller Faktoren ein
einigermaßen zuverlässiges Bild; die Atmosphäre, das Binnenklima
des Vereins, kann letztlich nur der erspüren, der einem Schachverein
angehört. Die Faszination, die alle Hitglieder des Vereins miteinander
verbindet, geht immer wieder vom Wesen des königlichen Spiels aus,
nämlich daß sich bei eng umgrenzten Regeln eine unüberschaubare
Möglichkeit von Zügen ergibt, oder anders gesagt, daß
Schachspielen den unendlichen Gebrauch von endlichen Mitteln bietet und somit
höchste Anforderungen an die Freunde des Schachspiels stellt. Daß
der Schachsport aufgrund dieser Anforderungen eine Zukunft hat, ist unschwer
zu konstatieren. Unsere Aufgabe ist es, ihm auch in den Vereinen eine
Verbreitung zu sichern.
Rückblickend auf dreißig Jahre Vereinsgeschichte möchte ich allen Förderern des Schachsports in Vechta danken, vor allem denjenigen, die durch ihre Vereinszugehörigkeit und durch hervorragende Arbeit für den Verein diese 30 Jahre Schachsport ermöglichten. Dabei gedenken wir auch der ver-storbenen Schachfreunde, von denen ich stellvertretend Stoschek, Waterkamp, van Dyck und H. Fischer nenne. In der Hoffnung, daß die Vereinstradition sich jetzt ungebrochen -standhaft wie das Wahrzeichen des Vereins es ankündigt - fortsetzen läßt, rufe ich dem jungen, dreißigjährigen Jubi-lar, dem Schachverein Kaponier Vechta, zu: "ad multos annos!"
Benno Dräger
1. Vorsitzender des Schachvereins Kaponier Vechta
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- Geschrieben von: Thomas Schwietert
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Jubiläum des Schachclubs Rastede von 1953
Auszüge aus der Jubiläumsbroschüre von 2003
Unser Schachklub wurde von den Mitgliedern der Schachgruppe des Heimatvereins im Jahre 1953 gegründet. Nunmehr können wir auf eine 50-jährigen Vereinsgeschichte zurückblicken. Viele Turniere wie das offene Schnellschachturnier für Vierermannschaften wurden zur Tradition und sind weit über die Grenzen des Weser-Ems-Gebiets bekannt. Aber auch auf dem Rasteder Ellernfest war unser Verein regelmäßig vertreten um den Schachsport in unserer Region zu präsentieren. Heute haben wir 35 Mitglieder von denen die meisten an den Spielen unserer drei Mannschaften teilnehmen. Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksliga und vertritt die Gemeinde damit von Emden bis nach Osnabrück. Stets bemühen wir uns, Kinder und Jugendliche für den Schachsport zu begeistern. Deshalb bietet unser Verein in jedem Sommer ein großes Ferienschachturnier an. In der neu geschaffenen Jugendserie Nord war auch unser Verein Ausrichter eines Turniers, bei dem wir 170 Teilnehmer zählen konnten. Nachdem unsere interne Klubmeisterschaft im Sommer abgeschlossen ist beginnt immer die Offene Rasteder Meisterschaft. Nicht nur hierzu sind Gäste jederzeit willkommen. Wir haben unseren Spielabend immer Montags ab 19 Uhr im "Hotel Hof von Oldenburg".
Die Schachmeister des Vereins
Seit 1953 wird jährlich der Vereinsmeister ermittelt.
1965 wurde ein zweites Turnier eingeführt, das sich heute Rasteder
Meisterschaft nennt. Auch einen Blitzmeister gibt es seit diesem Jahr. Seit
1970 wird zusätzlich ein Pokalsieger im KO-System ermittelt. Seit 1988
gibt es das Schnellschachturnier mit 30 Minuten Bedenkzeit.
Die Rekordhalter sind:
(Aufnahme in die Liste bei mindestens 3 Siegen)
| Klubmeisterschaft
Heino Detken 7x
Willi Reimers 7xBerthold Wittje 6x Frank Schulze 5x Gerd Muckelmann 4x Dr. Jochen Schepker 4x Klaus Krause 3x Ralf Heitkamp 3x |
Blitzmeister: Berthold Wittje 7x Klaus Krause 5x Heino Detken 4x Horst von Minden 3x Pokalsieger: Ralf Heitkamp 6x Berthold Wittje 5x Michael Radner 3x |
|
| Rasteder Meister: Berthold Wittje 5x Heino Detken 3x Dr. Jochen Schepker 3x Eckhart Lüers 3x Dr. Bernd Kruse 3x |
|
Schnellschach: Dr. Jochen Schepker 6x Frank Schulze 3x
|
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- Geschrieben von: Thomas Schwietert
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Jubiläum des Schachclubs Turm Wilhelmshaven von 1952
Chronik des SV "TURM" im Zeitraffer aus dem Jahre 2002
Als der in Voslapp ansässige Apotheker Richard Eichfuß im Oktober
1951 in einer Zeitungsnotiz zu einer Zusammenkunft von Schachfreunden im
Stadtnorden in die Gaststätte "Zum Groden", besser bekannt unter dem
Namen "Dreimädelhaus" auf der Grenze zwischen Fedderwardergroden und
Voslapp einlud, folgten 35 Interessierte am 15. Oktober diesem Aufruf.
Die Initiatoren ahnten damals sicher nicht, daß so viele Schachfreunde
diesem Aufruf folgen würden. Die Vereinsgründung 1952 fiel in eine
Zeit, in der das spätere Wirtschaftswunder sicher nicht erkennbar war.
Dadurch waren auch besondere Schwierigkeiten zu überwinden, um ein so
optimistisches Unterfangen einer Vereinsgründung verwirklichen zu
können. Aber schon hier zeigte sich, daß im Stadtnorden Kräfte
vorhanden waren, die in der Lage waren, ein solches Vorhaben mit aktiver
und intensiver Kleinarbeit voran zu treiben. Die Diskussion nach den ersten
Zusammenkünften, ob im Stadtnorden ein eigenständiger Schachverein
gegründet werden soll oder ob man sich als Schachgruppe einem der beiden
bestehenden Schachvereine im Stadtinneren anschließen soll, wurde einige
Zeit sehr emotional geführt. Aul' einer Versammlung, die für den
17.01.1952 einberufen wurde, entschied sich die Mehrheit der anwesenden
Schachfreunde dann für eine Vereinsgründung. Auf einer weiteren
Versammlung am 24.01.1952 wurde beschlossen, den Verein Schachverein "TURM"
Wilhelmshaven-Nord zu nennen.
Auf einer Tauffeier am 31.01.1952 wurde dieser Beschluss entsprechend
gewürdigt. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 0,50 DM für ein vollzahlendes
Mitglied festgesetzt. Für minderbemittelte betrug er 0,20DM.
Trotz aller Höhen und Tiefen in der zurückliegenden Zeit war der
Bestand des Vereines nie ernsthaft gefährdet.
Aufgrund der Aktivitäten intern und nach aussen ist der Verein aus dem
Schachgeschehen der Jadestadt nicht mehr wegzudenken.
Diese Tatsache ist nicht zuletzt einer kleinen Gruppe Verantwortlicher
zuzuschreiben, die sich immer wieder in der unterschiedlichsten Struktur
zusammenfand, um die nun einmal unumgänglichen organisatorischen
Tätigkeiten wahrzunehmen, die zu einer ordnungsgemäßen
Aufrechterhaltung eines intakten Vereinslebens unerläßlich sind.
Auftretende Probleme wurden dabei im allgemeinen rechtzeitig erkannt und
gemeinsam gemeistert. Dass der Verein noch heute existiert, ist also in erster
Linie diesen mutigen Pionieren, allen voran Richard Eichfuß, Heinrich
Michels, Max Nürnberger und Paul Roelofs zu verdanken. Ideenreichtum
und Einfühlungsvermögen aller bisher Verantwortlichen des SV "TURM"
haben seither dazu beigetragen, daß sich dieses zarte Gebilde zu einer
robusten Natur gemausert hat. Diese Tatkraft hat immer bewirkt, daß
Mitglieder des SV "TURM" Aktivitäten entwickelt haben, die oft über
die Grenzen des Vereines hinaus wirkten.
So waren Mitglieder immer wieder aktiv in Vorständen auf Unterbezirks-,
Bezirks- und Landesverbandsebene zum Wohle und der Verbreitung unseres
schönen Schachsports tätig. In den ersten 20 Jahren des Bestehens
wurde die Jugendarbeit groß geschrieben, z. B. durch intensives Training
in der bestehenden Jugendgruppe mit zeitweise bis zu 20 Jugendlichen und
die intensiven Kontakte zu der Schachgruppe in der Schule in Voslapp. Auch
aus dem Verein heraus haben sie es immer wieder verstanden, zur Popularität
des Schachsports in entsprechender Weise beizutragen.
So trat der "TURM" in sporadischen Abständen immer wieder mit
Veranstaltungen auf, die ihre Wirkung in der Öffentlichkeit nicht
verfehlten.
Das begann bereits im Jahre der Gründung, als im Zusammenhang mit dem
Sommerfest in Fedderwardergroden ein groß angelegtes Blitzturnier
veranstaltet wurde, an dem 96 !! Schachfreunde aus dem gesamten Stadtgebiet
teilnahmen.
Im gleichen Jahr spielte der damalige Stadtmeister Walter Schmahl vom
Schachverein "Vereinigte Schachfreunde" in unserem Spiellokal gegen 18 Mitglieder
des SV "TURM" simultan. Dabei konnten 7 Spieler den Stadtmeister besiegen,
während eine Partie unentschieden endete.
Die Zeitungen schrieben seinerzeit, daß durch die Gründung des
SV "TURM" eine Lücke im Wilhelmshavener Schachleben ausgefüllt
worden sei.
Auch an der 1953 im Rahmen der 100-Jahrfeier der Stadt Wilhelmshaven
durchgeführten Schachwoche beteiligten sich Mitglieder des SV "TURM"
aktiv, sowohl als Spieler als auch in der Organisation.
Am 26.03.1957 wurde in der Gaststätte "Haus Germania" in Rüstersiel
das 5jährige Bestehen des Vereines mit Angehörigen und Freunden
gefeiert.
Die nächsten größeren Aktivitäten entwickelte der "TURM"
1962 anläßlich des l 0jährigen Bestehens. In diesem Jahr
beteiligten sich Mitglieder des Vereines an 20 Turnieren und Wettkämpfen.
Die Presse berichtete damals u. a., daß beim SV "TURM" im Gegensatz
zu anderen Vereinen offensichtlich keine Vereinsmüdigkeit festzustellen
sei. In einem anderen Zeitungsbericht aus dieser Zeit hieß es u. a"
daß der "TURM" fester denn je dastehe. 1966 wurde dann der
Osterkongreß des Oldenburgisch-Ostfriesischen Schachverbandes e.V.
(OOSV), verbunden mit den Einzelmeisterschaften der Herren und Jugend
ausgerichtet. In verschiedenen Turnieren haben über 60 Schachspieler
aus dem Verbandsbereich eine Woche lang um Sieg und Plätze gekämpft.
Die Schirmherrschaft hatte der damalige Oberbürgermeister Wilhelmshavens
Herr Johann Janssen übernommen, der auch die Siegerehrung persönlich
vornahm. Schachspieler, die an diesen Turnieren teilnahmen, erinnern sich
auch heute noch gerne an diese vorbildlich vorbereiteten Veranstaltungen.
Das 20jährige Bestehen feierte der SV "TURM" dann mit Mitgliedern
befreundeter Vereine im Hotel "Zum Deutschen Brunnen" in Feldhausen.
Das nächste Jubiläum anläßlich des 25jährigen Bestehens
wurde dann gleich zweimal gefeiert.
Am 22.02.1977 wurde eine interne Zusammenkunft arrangiert, um das l /4Jahrhundert
entsprechend zu würdigen.
Da der Wilhelmshavener Schachclub von 1887 im gleichen Jahr auf sein
90jähriges Bestehen zurückblicken konnte, vereinbarten beide Vereine,
gemeinsam den 22. Kongreß des OOSV, verbunden mit den
Verbandseinzelmeisterschaften, auszurichten. Eine gemeinsame Geburtstagsfeier
wurde am 13.05.1977 mit Mitgliedern aus befreundeten Vereinen im Ratskeller
in Wilhelmshaven durchgeführt
Im Zusammenhang mit dem 30jährigen Bestehen wurden verschiedene
Veranstaltungen durchgeführt. Den Höhepunkt bildeten zwei
Veranstaltungen, die am 18. und 19.12.1981 mit dem bekannten internationalen
Schachgroßmeister Dr. Helmut Pfleger aus Bamberg durchgeführt
wurden.
Am 18.12.1981 wurde ein Vortrag mit anschließender Diskussion in unserem
Spiellokal Gaststätte "Kreuzelwerk" durchgeführt, zu dem etwa 300
Schachfreunde aus dem gesamten Bereich des OOSV ihr Kommen zugesagt hatten,
die sich ein solches Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Der plötzlich
einsetzende Winter mit Eisregen am Nachmittag dieses Tages machte uns aber
einen dicken Strich durch die Rechnung. So erschienen am Abend nur etwa 40
Schachfreunde aus der näheren Umgebung des Lokales und das auch nur,
da sie sich Strümpfe über die Schuhe gezogen hatten, um nicht auf
den eisglatten Straßen auszurutschen. Die erschienenen Schachfreunde
haben ihr Kommen aber nicht bereut.
Zu dem Simultanwettkampf am 19.12.1981 in der Schalterhalle der Sparkasse
am Theaterplatz erschienen neben den 40 Spielern eine große Anzahl
von interessierten Schachfreunden, die sich ein solches Ereignis nicht entgehen
lassen wollten.
Am 21.03.1982 wurde in unserem Spiellokal der Frühjahrskongress des
Schachbezirkes Oldenburg-Ostfriesland e. V. (SBOO) durchgeführt. Nach
langfristigen Verhandlungen trat der OOSV 1979 dem Niedersächsischen
Schachverband e.V. (NSV) als Schachbezirk Oldenburg-Ostfriesland e.V. als
Bezirk V bei. Ebenfalls nach langjährigen Verhandlungen wurde Schach
als Sport anerkannt. Die Folge daraus war, dass die Schachvereine dem
Landessportbund Niedersachsen e.V. beitreten mußten.
Nachdem der SV "TURM" die erforderlichen Unterlagen über die Anerkennung
als gemeinnütziger Verein durch das Finanzamt Wilhelmshaven vorgelegt
hat, erfolgte die Aufnahme als ordentliches Mitglied mit Schreiben vom
22.01.1988.
In den zurückliegenden Jahren hatte der Verein aber nicht nur Grund
zu jubeln. Die Schattenseiten des Vereinslebens begleiteten die Vereinsgeschichte
des SV "TURM" bis in die heutige Zeit. So hatte der Verein in der
zurückliegenden Zeit häufiger das Spiellokal wechseln müssen,
da der Verzehr bei der Ausübung unseres schönen Sports
erfahrungsgemäß nicht groß ist. Durch diese Wechsel hat
natürlich auch die Spielstärke gelitten, da immer wieder Spieler
in einer so unruhigen Zeit, in der es nicht möglich war, eine ernsthafte
Partie in einem Stück zu spielen, den Verein gewechselt haben und nur
sehr schwer wieder dazu zu bewegen waren, zum SV "TURM"
zurückzukommen.
Durch intensive Bemühungen wurde immer wieder versucht, dieses Manko
auszugleichen. Aus diesem Grund wurde u. a. 1961 von den 10
Gründungsmitgliedern ein Wanderpokal gestiftet, der nach dem gerade
verstorbenen Vereinskameraden Heinrich Michels benannt wurde, der als "Seele"
des Vereines immer wieder für einen reibungslosen Ablauf des Spielbetriebes
sorgte. Der Pokal wurde dem Verein auf der Mitgliederversammlung am 18.02.1962
übergeben. Nachdem er nach einer festgelegten Turnierordnung 10 Jahre
ausgespielt wurde und endgültig in den Besitz des Schachfreundes Hans
Duden überging, wurde 1972 ein neuer Pokal gestiftet, der nach dem ebenfalls
kurz vorher verstorbenen langjährigen l. Vorsitzenden Richard Eichfuß
benannt wurde.
Der spielerische Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte liegt allerdings
schon längere Zeit zurück, wo Mitglieder des SV "TURM" ein ernstes
Wort bei der Vergabe von überregionalen Meisterschaften und Plätzen
in Auswahlmannschaften mitsprachen. In dieser Zeit gehörten dem SV "TURM"
bis zu 50 Mitglieder an. Zur Zeit bemüht sich der Vorstand darum,
jüngere Mitglieder zu gewinnen, um einer erneuten Überalterung
entgegenzuwirken.
Seit der Gründung des Vereines 1952 gehörten etwa 270 Schachfreunde
dem SV "TURM" an, von denen der überwiegende Teil den Verein aus beruflichen
Gründen vorübergehend oder für immer verließ.
Von den 35 Schachfreunden, die an der l. Zusammenkunft teilnahmen, gehören
nur noch die Schachfreunde Hans Manger und Wolfgang Berger dem Verein
ununterbrochen an. Durch Tod hat der SV "TURM" bisher 17 Mitglieder verloren,
von denen einige den Verein entscheidend mit geprägt haben, wie z.B.
Heinrich Michels (1961), Max Nürnberger (1962), Richard Eichfuß
(1976) und Willi Thien (2000), die hier stellvertretend für alle
verstorbenen Vereinskameraden genannt werden sollen.
Alle bisher aufgetretenen Höhen und Tiefen des Vereines haben die Mitglieder
immer eng zusammenstehen lassen und so eine Grundeinstellung zum "TURM"
entwickelt, die durch die Gründungsmitglieder geprägt wurde und
auch heute noch besteht.
Im Gegensatz zu anderen Schachvereinen war es im "TURM" nicht möglich,
regelmäßige Trainingseinheiten durchzuführen. Die Schachfreunde
waren immer nur bei der Stange zu halten, wenn Turnierspielen angesagt war.
Das Spielen von Schachpartien stand im "TURM" immer im Vordergrund. Aus diesem
Grund werden bei allen Meisterschaften auch sehr selten Partien kampflos
gewertet, da solche Partien die Rangfolgen immer verfälschen.
Auch Schachfreunde, die nicht Mitglied im Verein sind, haben die
Möglichkeit, ausser Konkurrenz an den Meisterschaften teilzunehmen.
Wenn das auch weiterhin so bleibt, brauchen wir uns um den Bestand des SV
"TURM" keine Sorgen zu machen.
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- Geschrieben von: Thomas Schwietert
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Jubiläum des Schachclubs Union Oldenburg von 1949
Ein Bericht von 1974: "Erinnerungen"
Das Oldenburger Schachleben wurde vor 1949 von zwei Vereinen, dem "Oldenburger
Schachklub 1891" und dem "Schwarzen Springer", getragen. Im Januar 1949 reichten
sich beide Vereine die Hände und gaben dem neugebildeten Schachverein
den Namen - SCHACHKLUB UNION 1949 -.
Durch den Zusammenschluß und regen Anteil der nach Oldenburg zugewanderten
Esten, Letten und Litauer (Sarapuu, Liepnieks, Rankis u. a.) wurde die Stadt
Oldenburg ein Treffpunkt der Schachspieler. Gäste aus Hamburg, Kiel
und Bremen nahmen an den Turnieren teil. Meister Brinckmann - Kiel - besuchte
des öfteren Oldenburg und spielte simultan. Seine Vorträge waren
ein Leckerbissen für alle Schachfreunde. Altmeister und Deutscher Meister
Carls (Bremen) freute sich genauso wie die heranwachsende Generation auf
die Städtekämpfe und Freundschaftswettbewerbe im Schach.
Es kam, wie es kommen sollte. Die Stadt Oldenburg erlebte das erste
internationale Großturnier in Deutschland nach dem Kriege. Ein Drang
zum Spielen, eine gewisse Solidarität konnte man bei allen Beteiligten
feststellen, die froh waren, endlich mal ohne Furcht und Risiko sich entfalten
zu können. Der Krieg, die Bomben und noch vorhandene Schwie- rigkeiten
waren wie weggefegt und zeitweilig vergessen. Aus allen Himmelsrichtungen
kamen Großmeister und Meister, die früher vielleicht nicht
wußten, wo Oldenburg liegt.
Sieger in diesem Großturnier wurde Großmeister Bogoljubow, der
seine entscheidende Schachpartie gegen Heemsoth (Bremen) fast zwölf
Stunden lang spielte und das schwierige Turmendspiel erfolgreich demonstrierte.
Umringt von Autogrammjägern trennten sich die Teilnehmer dieser einmaligen
Veranstaltung.
Das Schachspiel wurde noch lebendiger ......
Durch Aufführung einer "lebenden Schachpartie" auf dem Pferdemarkt in
Oldenburg wurde diese Ansicht noch mehr bekräftigt. Man darf nicht
vergessen, daß die stabile Währung, die die "Kippen-Tee- und
Kaffeewährung'abgelöst hat, noch nicht in voller Blüte stand.
Dr. Wielandt, der auch ein begeisterter Schachspieler war, unterstützte
den Klub mit Geldspenden. Der Gastwirt des Vereinslokals war auch dem Schachklub
großzügig gegenüber .....
Erfolg und Mißerfolg sind verwandt, und es bedurfte der Feinheit eines
Uhrmechanismus, um die Aufbauarbeit nicht wieder zu zerstören. Diese
Gabe besaß Prof. Pfannenstiel, der nicht nur den Vorsitz des Schachklubs
übernahm, sondern auch später die Jugendarbeit erfolgreich bis
zum heutigen Tage fortgesetzt hat. Nach seiner siebenjährigen Arbeit
als erster Vorsitzender kamen dann seine Nachfolger dran: Weilke, Liebetrau,
Florensky, Frenz, Dr. Rickhey und Gudat.
Die guten Absichten des Schachklubs, in der Schachoberliga-Nord mitzumischen,
wurden nach einem Jahr "Probezeit" trotz aller Anstrengungen mit dem Abstieg
gekrönt. Der Kontakt zu den schwächeren Schachspielern ging verloren;
die Spitzenspieler witterten "Überseeluft", wanderten in andere Vereine
ab, und dem Schachklub Union drohte der Zerfall und Auflösung.
Trotz der Unlust, die damals im Verein herrschte, gelang es dem neuen Vorstand
(Prof. Pfannenstiel, Biegler, Jordan, Schimansky und Osterhaus), den Spielbetrieb
in geordnete Bahnen zu lenken. Durch Simultanspiele, die der Spitzenspieler
Manfred Hermann (Delmenhorst-Oldenburg) durchführte, und auch durch
andere Schachveranstaltungen wuchs die Zahl der Mitglieder wieder.
Mit ihnen kamen auch die Reformatoren (Apelstiel, Luecken, Brandt, Geldmann
u. a., die der WE-Liga zusteuerten Das Ziel wurde erreicht; unter der Regie
des jetzigen Vorsitzenden Hans Hermann spielen zwei Mannschaften m der WE-Liga,
die dritte kämpft bei den Bezirksmeisterschaften um den Aufstieg.
Diese Leistungsspiele sind zu begrüßen, dabei darf man nicht
die Erholung und Entspannung vernachlässigen oder gar verdrängen.
Beides zu integrieren, ist die Aufgabe und Notwendigkeit, den Schachklub
noch aktiver zu machen. Das sind die Wünsche zum 25. JUBILÄUM
des Schachklubs Union 1949. 25 Jahre - eine lange Zeit, und es lohnt, sich
für ein Spiel einzusetzen, was uneingeschränkten Genuß des
Schönen und Edlen vermittelt. Ein guter Schachspieler klagte mal sein
Leid und sagte: "Ich bin ein tüchtiger Fachmann und kann meine Familie
gut ernähren. Ich dachte mir, wenn ich meinem Sohn kein Schachspiel
beibringe, wird er im Leben vielleicht noch mehr erreichen. Mein Sohn ist
jetzt erwachsen und ein Versager! Schade, daß ich ihm das Schachspielen
nicht beigebracht habe."
Oldenburg (Oldb), den 23. 3. 1974 Leo Biegler
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- Geschrieben von: Thomas Schwietert
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Jubiläum des Schachklubs Jever von 1914
Ein Bericht von 1989
"Strafe für Fehlen 20 Pfg."-der Schachklub erinnert sich
1989 - ein Jahr, das in vielfacher Hinsicht zur Erinnerung und zur Besinnung zwingt: vor 40 Jahren Gründung der beiden deutschen Staaten, vor 50 Jahren Beginn des Zweiten, vor 75 Jahren Beginn des Ersten Weltkrieges. Wie unbedeutend erscheint vor diesem Hintergrund doch das Jubiläum des 75. Geburtstages, das der Schachklub Jever in diesem Jahr feiern darf! Wie unwichtig scheint die Beschäftigung mit der Geschichte eines kleinen Vereins, genauer: eines kleinen Kleinstadtvereins!
Aber Geschichte ist eben nicht nur Geschichte der epochalen Ereignisse. Auch der Alltag hat seine Geschichte und seine Lehren, und zum Alltag gehört das Leben und Wirken der Vereine. Wer sich einmal mit der Geschichte seines Vereins beschäftigt hat, wird erstaunt sein, wie sehr sich in ihr die jeweilige Zeit widerspiegelt - und wieviel Besinnliches und Amüsantes sich dabei entdecken läßt. Unser Schachklub wird also ausgerechnet am Vorabend des Ersten Weltkrieges aus der Taufe gehoben. Es läßt sich nicht feststellen, wie die Gründungsmitglieder die internationalen Spannungen ihrer Zeit einschätzten und ob der Terrain aufgrund der internationalen Lage jemals zur Debatte stand. Auf jeden Fall sorgte ein Herr Kaufmann Lammers mit einem Inserat für 1,80 Mark im Jeverschen Wochenblatt vom 12. Februar 1914 gewissermaßen für die erste "urkundliche Erwähnung" unseres Vereins. Die Anzeige im 'Wochenblatt' ("Telephon Nr. 4" läßt sich der Quittung entnehmen) lud zur Gründung unseres Klubs in das Hotel "Schwarzer Adler". Als Einladenden für die Gründungsversammlung am 12. 02. 1914 nennt das Protokoll den damaligen Organisten Schmidt, der neben Herrn Lammers noch drei weitere Schachfreunde begrüßen durfte und von den Anwesenden zum ersten Vorsitzenden (nicht zum Ersten Vorsitzenden!) gewählt wurde.
Die fünf Herren, die - wie es auch noch in den 20er Jahren üblich
ist - mit Berufsbezeichnung in den Klubunterlagen genannt werden, scheinen
allerdings nicht sehr optimistisch in die Zukunft des Vereins geblickt zu
haben; denn Disziplinlosigkeit wird bereits in dieser ersten Sitzung zum
wichtigen Thema: "Strafe für Fehlen 20 Pfg., Entschuldigung
ausgeschlossen".
Ansonsten bereitet man das Vereinsleben mit großer Gründlichkeit
vor. Ein Protokollbuch für 1,25 M wird angeschafft, das sämtliche
Spiel- und Versammlungsabende dokumentieren soll -und Versammlungen sind
allmonatlich vorgesehen -, die Mitgliederzahl steigt binnen einer Woche rapide
um stolze 40 % (auf sieben, woran sich bis Oktober 1915 nichts ändert),
und die Vereinssatzung kann bereits in der Monatsversammlung vom 3. März
1914 verabschiedet werden. Auch ein erstes mehrwöchiges Klubturnier
(jeder gegen jeden mit wechselnden Farben) wird durchgeführt.
Es bleibt vorerst das einzige Turnier; der Krieg ist nicht zu ignorieren. Im Oktober 1915 löst sich der Schachklub (drei Mitglieder sind anwesend) auf.
Die Wirren der Anfangszeit der neuen Republik lassen ein Wiederbeleben des
Schachklubs zunächst nicht zu. Die Neugründung im März 1919
und die Spielabende, die offenbar bis in den Oktober hinein statthaben, finden
in der Öffentlichkeit kein Echo, obwohl doch (oder weil?) auf Beiträge
verzichtet wird. Erst im März 1926 findet der Schachsport wieder genug
Liebhaber, die auch an Vereinsaktivitäten interessiert sind. Zwölf
"Herren" folgen der Einladung des damaligen Amtshauptmannes und späteren
Landesministers Tantzen, gründen die "Schachvereinigung Jever" (ein
Name, der sich nicht durchsetzt), wählen wieder einen Organisten zu
ihrem Vorsitzenden, diesmal einen Herrn Kugler, und beschließen, weitere
"Herren" zu den Spielabenden einzuladen - wie selbstverständlich ist
von Damen noch keine Rede.
Für den Klub beginnt die erste Blütezeit, wofür wohl drei
Gründe zu nennen sind, die auch heute noch jeder Verein
berücksichtigen muß, will er nicht an Attraktivität verlieren:
eine relativ breite Mitgliederbasis (18), Betonung des Wettbewerbcharakters
des Schachs und aktive Öffent1ichkeitsarbeit.
Der Schachklub sucht die Auseinandersetzung mit Nachbarvereinen und findet
mit Varel 1926 den ersten Gegner. Die Presse beobachtet diesen Wettkampf
und hat anschließend außer dem Ergebnis (9 : 9) zu berichten:
"Am ersten Brett wurde (für Jever erstmalig) mit Zeitkontrolle (Schachuhr)
gespielt". Wieviel ist uns heute doch selbstverständlich!
Weitere Wettkämpfe, u.a. mit Aurich und WiIhelmshaven folgen. Gleichzeitig
gewinnen das regionale und das überregionale Schach an Bedeutung. Die
Presse Jevers berichtet über den "Kongreß des Schachverbandes
Weser-Ems" 1926 ebenso ausführlich wie über ein Turnier in New
York (früher: Newyork) 1927, bei dem sich keine geringeren als Capablanca,
Aljechin, Nimzowitsch, Marshall u. a. um die Plätze stritten.
Das Simultanspiel, damals Reihenspiel genannt, wird beliebt. Der Schachclub
organisiert in den nächsten Jahren mehrere solcher Veranstaltungen.
1928 gelingt es ihm, den Berliner Großmeister Sämisch zu verpflichten,
der 'blind', was seine Spezialität ist, gegen 10 Spieler antritt. 1931
ist Brinckmann zu Gast in Jever.
Schließlich bemüht sich der Klub um Attraktivität durch ein
Angebot von Anfängerkursen und richtet 1930 erstmals einen
Schachkongreß des Schachverbandes Weser-Ems aus. All die Bemühungen
verhindern jedoch nicht, daß es um den Verein in der Krisenzeit ab
1930/31 wieder stiller wird. Am Winterturnier 1930/31 beteiligen sich lediglich
noch neun Mitglieder, 1932/33 sind es nur noch sieben. Das Turnier wird nicht
einmal zu Ende gespielt.
Der Verein existiert auch während der Herrschaft der Nationalsozialisten,
allerdings offenbar nur noch als Gemeinschaft von Freizeitspielern, denen
Öffentlichkeitsarbeit nicht wichtig ist. Erst 1939 - man bereitet den
25. Geburtstag des Klubs vor - nimmt die Presse von ihm wieder Notiz - und
hält es für erforderlich, den Lesern die Schachspielregeln zu
erklären.
Die Unterlagen, die aus jener Zeit erhalten sind, dokumentieren sehr
eindringlich, wie rasch sich die Einbindung in das neue System vollzogen
hat und wie sehr sich Machthaber der Bedeutung der Vereine offenbar bewußt
waren. Das "Rundschreiben Nr. 2" vom 17. Mai 1933 des "Landesverbandes Weser/Ems
im Großdeutschen Schachbund", wie es fortan statt "Deutscher Schachbund
e. V." heißt, ist in diesem Zusammenhang sehr aufschlußreich.
Auffällig der Stil: "Die Vereine müssen rechtzeitig und gut vorbereitet
sein. Überall ist zum Beitritt aufzufordern. Ebenso haben die einzelnen
Vereine ... Mitteilung zu machen ... Solche Vereine sind aufzufordern, -sich
dem Verbände unverzüglich anzuschließen". (Dabei geht es
doch nur um eine Werbewoche für das Schach!) Auffällig die Eile:
"Herr Reichsminister Dr. Goebbels hat die ihm vom Vorstand des geeinten
Großdeutschen Schachbundes angetragene Ehrenpräsidentschaft
angenommen". Auffällig auch dies: "Unter den Symbolen des geeinten
Vaterlandes marschiert nun auch das deutsche Schach" und "Die auf dem Boden
des Klassenkampfes stehenden schachlichen Organisationen haben keinen Platz
mehr im deutschen Schach". Selbstverständlich legte man die Besetzung
der Vereinsämter mit "Nationalsozialisten", wenigstens aber mit "gut
nationalen Leuten" nahe, und die schachlichen Briefwechsel enden nun oft
mit "Mit deutschem Schachgruß -Heil Hitler!".
Doch Vorsicht vor zu schnellen Schlüssen! Auch vor 1933 wählte
durchaus nicht jeder Schachfreund die etwas steife Formulierung "Mit
hochachtungsvoller Begrüßung". Zu einem Problemlösungsturnier
wird der Schachklub bereits 1927 "Mit deutschem Schachgruß!"
eingeladen.
Das organisierte Schachleben in Jever beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg
erst wieder Anfang 1948 mit einer Generalversammlung, auf der "Schachfreund"
H. Harms (die Berufsbezeichnung ist nun aus den Protokollen verschwunden)
zum Vorsitzenden gewählt und eine Satzung verabschiedet wird, der man
die unmittelbare Vergangenheit anmerkt. § 2 fordert: "Keinerlei Politik
irgend einer Art", "keine politischen Debatten". Der Schatten der Vergangenheit
ist spürbar.
Herausragende Persönlichkeit des Schachklubs wird in den 50er und 60er
Jahren zunächst Leo Hardell, dessen spielerisches Können und
Theoriekenntnisse eine allgemeine Steigerung des Leistungsniveaus und
größeren Zulauf für den Verein bewirken. Stolze 25 Namen
nennt das Mitgliederverzeichnis vom März 1959, darunter erstmals zwei
Damen. Was das heißt, wird vielleicht deutlicher, wenn man weiß,
daß eine große überregionale Boulevard-Zeitung, deren Namen
jeder kennt, 1962 ein Interview mit der damaligen deutschen Schachmeisterin
Annemarie Brandler mit der Schlagzeile "Haben Frauen Verstand?" versieht
- ohne sich zu schämen.
Mit der Wahl Helmut Herrmanns zum Vorsitzenden tritt 1959 dann der Mann an
die Spitze des Klubs, der wie kein anderer den Verein geprägt hat, der
wie kein anderer mit ganzem Herzen für ihn zu wirken bereit war. Typisch
fast der Anfang: Innerhalb weniger Wochen schnellt die Mitgliederzahl von
25 auf 38 hoch - und stabilisiert sich dort. 28 Jahre steht Helmut Herrmann
dem Verein vor und macht ihn zu einer festen Größe im Schachsport
unseres Raumes. Immer wieder bringt der Klub hervorragende Jugendspieler
hervor, und immer wieder verkraftet er deren Abwanderung, ein Problem, vor
dem Vereine kleiner Städte in peripherer Lage in besonderem Maße
stehen. Als die Schulmannschaft des Mariengymnasiums 1984 den Titel des Deutschen
Vizemeisters erringt, gehören drei der vier Spieler dem Schachklub Jever
an.
Nicht unerwähnt bleiben soll hier die Unterstützung, die uns in
dieser Phase und bis heute durch die Stadt Jever zuteil wird, und es sei
gestattet, daß ich in diesem Zusammenhang und mit Dank den ehemaligen
Bürgermeister Ommo Ommen erwähne. Die Schach-Stadtmeisterschaft,
die in diesem Jahr zum 26. Male ausgetragen wird, ist 1964 erstmals
möglich, weil die Idee unseres Schachfreundes Edgar Apel bei Ommo Ommen
auf offene Ohren stieß.
Welche Bindungen Helmut Herrmann an den Verein schuf (bis Ende der 60er Jahre
ist es durchaus üblich, daß man sich für sein Fehlen am Klubabend
manchmal sogar schriftlich - ent chuldigt), zeigt sich nach seinem Tod 1987.
Zwei Jugendspieler, Ralph Philipps und Sven Helmer, denen die Belastung des
Abiturs bevorstellt, übernehmen aufopferungsvoll kommissarisch die
Vorstandsarbeit und wirken so der drohenden Krise entgegen, Ein Dankeschön
sei an dieser Stelle auch hierfür noch einmal gesprochen.
Und heute? 45 Mitglieder zählen wir momentan (9/89); das hat es in der 75jährigen Geschichte des Klubs noch nicht gegeben. Fünf Mädchen gehören zu uns, und auch diese Zahl ist Rekord und Grund, stolz zu sein. Die Jugendschachgruppe ist mittlerweile ein Tummel- und Wusel- und Knobelplatz für bis zu 40 Kinder und Jugendliche geworden, und der Spielabend bietet Gegner für alle Spielstärken und Spaß für (fast) alle Gemüter. Und wer's nicht glaubt? Der komme doch einfach einmal vorbei !
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- Geschrieben von: Thomas Schwietert
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Jubiläum des Schachclubs Leer von 1909
Ein Bericht von 1979: 70 Jahre Schachverein Leer
Am 70. Geburtstag unseres Schachvereins werden die Mitglieder von heute einmal
daran erinnert, daß in Leer schon sehr lange Schach gespielt wird.
Sechs Leeraner Bürger beschlossen am 28.11.1909 die Gründung eines
Schachclubs, darunter Herr Studienrat Menken, der sich um die Pflege des
Schachspiels verdient machte.
Von 1910 - 1950 hat Herr Menken den Club geleitet, insgesamt 40 Jahre 1950
- 1952 löste Herr Kahle ihn ab, leider nur für 3 Jahre 1953 - 1976
war Herr Winenga für 24 Jahre Vorsitzender des Schachvereins Leer. In
dieser Zeit erfolgte die Umbenennung in Schachverein. Ab 22.08.76 übernimmt
Herr Hell den Vorsitz. Im Verlaufe von 70 Jahren gab es nur 4 Vorsitzende,
dafür wechselte der Verein sehr oft sein Vereinslokal. Es mag interessieren,
daß laut Anzeigen in dem Leerer Anzeigeblatt in den Jahren 1828/1869
eine Schachspieler-Vereinigung in Leer existierte, die innerhalb eines Jahres
das Spiel-Lokal vom "Bahnhof" über das Clubhaus in der Brunnenstraße
in die Waage am Ufer überwechselte, also vor 110 Jahren.
Vor dem 2. Weltkrieg vereinbarte der Schachclub Freundschaftswettkämpfe
gegen die Vereine in Papenburg, Emden, Norden und Aurich. Damals spielten
an jedem Donnerstag 12 - 15 Schachspieler in der Freimaurer Loge in
der Gaswerkstraße, wo Frau Uhlmann uns einen leckeren Tee servierte.
Herr Antoni aus Weener lag bei den Vereinsturnieren meistens an der Spitze.
Während des Krieges wurde weitergespielt. Bei van Mark verbrannte das
ganze Spielmaterial.
Nach dem Krieg gab es Auftrieb in der Spielstärke durch einige
Flüchtlinge. Eine Verbindung wurde nach Oldenburg aufgenommen zu den
aus ihrer Heimat vertriebenen Letten. Gegen diese guten Schachspieler bezog
die Mannschaft - es spielten Winenga, Kahle, Manthey, Krebs, Byl, Schienger,
von Swiekowski - empfindliche Niederlagen.
1949 wurde in Norden ein Pokalturnier Leer/Norden, Aurich, Norderney mit
Terbeek, Kort, Wientjes, Krebs, Winenga, Manthey, Chazinski, Spitzenberg,
Kortner, Schienger gewonnen. 1959 wurde das 50-jährige Bestehen
gefeiert.
In den nächsten Jahren herrschte eine große Flaute. 1965 trat
eine Belebung ein durch den Beitritt von Oskar Flegel, der als Spielleiter
sich sehr erfolgreich in Vereinsturnieren einsetzte.
1969 gewann der Schachverein Leer die ostfriesischen Mannschafts-Wettkämpfe
gegen Emden mit 4 1/2 : 3 1/2 und gegen Norden und Papenburg mit dem gleichen
Ergebnis mit Schäfer, Duin, Flegel, Krebs, Winenga, Dr. Burmeister,
Battmeier, Warlich. 1971 hatte der Verein 32 Mitglieder: In diesem Jahr belegten
bei den Ostfriesischen Einzelmeisterschaften in Leer, die vom 29. -
31.10. stattfanden, unsere Mitglieder die ersten beiden Plätze:
1. Albers, 2. Schäfer, 3. v. Knyphausen (Norden), 4. Bemboom (Papenburg),
5. Janssen (Norden). Ein ganz großer Erfolg.
1973/ 1974 Beteiligung erstmalig an der OOSV-Liga mit der 1. Mannschaft mit
dem Ergebnis: 1. Rastede 13:1, 2. Jever 11:3, 3. Leer 8:6 , 4.-8. Brake/W'haven,
Einswarden, Varel, Oldenburg III.
in der OOSV-Klasse mit der 2. Mannschaft wurde von 10 Mannschaften der 7.
Platz belegt.
Dr. Meincke wurde 1973 Ostfriesischer Meister vor Janssen aus Norden.
Von 1974 - 1977 wurde mit wechselndem Erfolg gespielt.
1978/1979: Die Mannschaft Dr. Meincke, de Boer, B. Züchner, Bräuer,
Rau, Schröder, Fischbach, Nordholt errang die Meisterschaft in der
OOSV-Verbandsliga mit 13 : 1 Punkten vor Norden, Rastede, W'haven 1887, Brake,
Turm W'haven, Cloppenburg und Aurich und steigt auf in die höhere
Spielklasse.
In der Aufstiegsliga wurde die 2. Mannschaft nur 8., letzter Platz. In der
Verbandsklasse I belegte die 3. Mannschaft den 3. Platz bei 7 Teilnehmern.
Durch Tod verloren wir 1979 Herrn Wientjes und Herrn Oskar Flegel. Gerade
der Tod von Herrn Flegel hinterläßt eine große Lücke
im Verein, die nur sehr schwer geschlossen werden kann. Besonders für
die Jugendlichen war es ein großer Schlag, ihren väterlichen Freund
zu verlieren, der sie zu so vielen Siegen geführt hat.
Hier seien nur einige Jugendliche für alle benannt:
1977: de Boer : Bezirksmeister der Herren,
Jugendpokalsieger Ostfriesland
Fischbach:
B-Jugend-Bezirksmeister (ebenso 1979)
1978: Rau, U. : A-Jugend-Bezirksmeister (ebenso
1979)
Fischbach:
OOSV-Jugend-B-Meister
Burgers ,Sabine:
Mädchenbezirksmeisterin (ebenso 1979)
Auch die Mannschaft spielte erfolgreich: 1978 wurde sie jeweils zweiter bei den Niedersächsischen Blitzmeisterschaften sowie Jugendmeisterschaften in der Aufstellung de Boer, Rau, Nordholt H., Fischbach, Lehmann, Nordholt G., Sabine Burgers, Ari Burgers.